[Rezension] BROM „Der Kinderdieb“

Grunddaten:

Autor: BROM

Titel: Der Kinderdieb

Taschenbuch: 644 Seiten

ISBN: 978-3426506882

Verlag: Knaur

 

Klappentext:

Leise wie ein Schatten streift ein Junge durch die Straßen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie – und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr …

Meine Meinung:

Zu Beginn sei gesagt, dass es sich bei diesem Meisterwerk um die Erwachsenenversion von Peter Pan handelt.

Optisch macht das Buch auf jeden Fall schon mal etwas her, da es ein wunderschön gestaltetes Cover hat und in der Mitte Illustrationen der Hauptcharaktere enthält. Wer das Buch liest, sollte sich wie ich den Spaß machen und sich zunächst NICHT die Bilder anschauen. Der Autor besitzt die Gabe Umgebungen und Personen so detailliert zu beschreiben, dass das Bild sich direkt im Kopf zu einem Ganzen zusammen fügt.

„Der Kinderdieb“ erzählt die wahre Geschichte rund um Peter Pan. Hierbei geht es um Lügen, Intriegen, Freundschaft und Verrat, so wie Magie und Gewalt.

Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist einfach unvergleichlich flüssig und lässt sich super lesen. Die Metaphern und Bilder, die der Autor immer wieder während der Geschichte zeichnet, sind gut zu verstehen und regen einen zum Nachdenken an. Hier werden die Erwachsenen beispielsweise als schwarzhäutige, schuppige Wesen dargestellt, die einfach nur abstossend wirken sollen. Genau so empfinden die Kinder das Erwachsenwerden: abstossend und ungewollt. Nick, der in dieser Geschichte gegen seine Verwandlung in einen Erwachsenen kämpft, zeigt dem Leser in welchem Zwiespalt man sich auf Avalon befindet.

Die Sprache, die der Autor verwendet, könnte nicht gegensätzlicher sein. Während er auf der einen Seite eine wunderschöne und märchenhafte Wiese mit kleinen feenhaften Wesen beschreibt, schreibt er auf der nächsten Seite wieder, wie jemand brutal ausgeweidet oder verstümmelt wird. Die Sprache ist generell sehr direkt. Der Autor nimmt hier kein Blatt vor den Mund, deswegen ist der Roman definitiv nichts für zartbesaitete!

Die Geschichte spielt in der Gegenwart und erklärt dem Leser durch diverse Rückblenden wie Peter auf die Insel gekommen ist und was ihm dort so alles widerfahren ist. Auch Peter ist ein sehr zwiespältiger Charakter. Auf der einen Seite ist er ein ausgelassener Junge, der das ganze Leben als ein Spiel sieht und auf der anderen Seite verwandelt er sich immer wieder in eine blutrünstige Bestie, die jeden abschlachtet, der sich ihm in den Weg stellt.

Eigentlich kann man das Buch nicht aus der Hand legen, weil immer wieder Schlag auf Schlag einprägende Ereignisse stattfinden und man endlich wissen möchte, welches Ende es mit Peter und Nick nimmt.

Für mich ein besonderes Lesehighlight aus dem Jahr 2011. Das Buch hat mich in eine wunderschöne, malerische und magische Welt zum Träumen entführt, um mich dann immer wieder auf brutale Weise in die Horrorwelt der Erwachsenen zurück zu reißen. Ein absolut gelungener Roman aus dem Horror-Fantasy-Genre!

Bewertung: 5/5 Sterne