[Rezension] Kluun „Mitten ins Gesicht“

Grunddaten:

Autor: Kluun

Titel: Mitten ins Gesicht

Taschenbuch: 368 Seiten

ISBN: 978-3596169115

Verlag: Fischer

 

Klappentext:

Stijn und Carmen sind jung, schön, gesund und leben aus dem Vollen. Bis Carmen schwer krank wird. Stijn tut alles, um ihr beizustehen, doch er fühlt sich völlig überfordert. Obsessiv stürzt er sich in Affären, um die Scheißangst zu betäuben. Aber er weiß, dass ihm nur eins bleibt: der Realität mitten ins Gesicht zu sehen – für Carmen.

Meine Meinung:

Ich habe lange überlegt ob ich das Buch lesen soll oder nicht, da ich vor ein paar Monaten selbst einen geliebten Menschen an den Krebs verloren habe. Nun bin ich allerdings froh, dass ich es getan habe, da das Buch wie eine kleine Therapie für mich war.

Der Autor hat es geschafft mich schon nach ein paar Seiten gefangen zu nehmen und nicht mehr los zu lassen. Das Schicksal von Carmen und Stijn ist wirklich sehr ergreifend. Auf der einen Seite die starke und mutige Carmen, die sich bis zu letzt gegen ihre Krankheit wehrt und ihren Mann so akzeptiert wie er ist. Und auf der anderen Seite Stijn, der sich am liebsten in eine andere Welt flüchten möchte. Die beiden sind so gegensätzlich und im Herzen doch gleich: Beide möchten geliebt werden und versuchen das beste aus der Situation zu machen.

Die Geschichte wird aus Sicht von Stijn erzählt. So kann man sich wirklich direkt in ihn hinein versetzen und kann seine Zweifel absolut nachvollziehen. Durch seine Affären versucht er sich lebendig zu fühlen, weil zu Hause der Tod auf ihn wartet. Er versucht es so verzweifelt zu verdrängen, dass er beinahe das Wichtigste in seinem Leben vergisst: Seine Frau.

Der Autor versucht die Geschichte auf eine lustige Weise zu erzählen, da Stijn und Carmen eigentlich fröhliche Menschen sind. Der teilweise trockene Humor und die nüchterne Art und Weise wie sie versuchen den Krebs zu bekämpfen, gestaltet ein ernstes Thema neu.

Einziger Kritikpunkt bzw. mit was ich gar nicht klar gekommen bin: Die niederländischen Straßen-, Orts- und Lokalitätsnamen.

Mich hat das Buch wirklich tief bewegt und während des Lesens ist nicht nur eine Träne geflossen…
Ich werde auf jeden Fall auch den zweiten Band um Stijn van Diepen lesen. Gerade der autobiografische Hintergrund des Autors konnte mich hier absolut überzeugen.

Bewertung: 5/5 Sterne