[Rezension] Mark Allen Smith „Der Spezialist“

Grunddaten:

Autor: Mark Allen Smith

Titel: Der Spezialist

Taschenbuch: 349 Seiten

ISBN: 978-3-7857-6060-4

Verlag: Bastei Lübbe

 

Klappentext:

Sie brauchen eine Information? Sie kennen die Person, die diese Information hat, aber sie hüllt sich in Schweigen? Lassen Sie das meine Sorge sein. Ich hole immer die Wahrheit aus meiner Zielperson heraus. Denn ich bin ein Spezialist. Dabei befolge ich stets meinen Kodex.
Eines Tages bekam ich den Auftrag, gegen meinen Kodex zu verstoßen. Die Folgen waren schrecklich. Für meinen Auftraggeber.
Mein Name ist Geiger.
Ich spiele Violine.
Und foltere Menschen.

 
 
Meine Meinung:
 

Anhand des Klappentextes hatte ich einen richtig blutigen Thriller erwartet, wurde aber schon auf den ersten Seiten eines besseren belehrt. Bei „Der Spezialist“ handelt es sich mehr um einen Psychothriller. Die körperliche Gewalt steht im Hintergrund. Vielmehr geht es um die Psyche des Protagonisten.
Die Charaktere, die uns der Autor hier zu Gemüte führt, haben mir fast alle sehr gut gefallen. Gerade der Protagonist Geiger hat ziemlich viele Seiten, die es während der Geschichte zu entdecken gibt. Ihn umgibt eine geheimnisvolle Vergangenheit, die erst spät bzw. zum Teil gar nicht aufgedeckt wird. Obwohl er eigentlich zu den „Bösen“ gehört, war er mir von Anfang an sympathisch und man hat richtig mit ihm gelitten.
Auch die Nebencharaktere und die Widersacher von Geiger und Harry waren glaubhaft und authentisch.
Die reine Folter wird nur in ein paar Szenen beschrieben und Geiger ist da auch eher der Typ, der auf psychologische Folter setzt. Richtig blutig wird es nur an einer Stelle. Das Buch kann also auch von Personen gelesen werden, die eher zart besaitet sind 😉
Was ich ziemlich schade fand: Von Spannung und Dynamik kann man in der ersten Hälfte fast gar nicht sprechen. Ab Seite 200 wird es besser und ab Seite 240 kommt dann endlich die gewünschte Dynamik eines Thrillers auf. Der Schluss hat mir dann richtig gut gefallen und hier wurde dann auch endlich der Punkt erreicht an dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Aber meiner Meinung nach einfach viel zu spät.
Der Schluss lässt dann auch einige Fragen offen, die entweder so beabsichtigt sind oder die auf einen weiteren Teil hinweisen könnten.
Alles in allem würde ich sagen, dass es sich um einen durchschnittlichen (Psycho)Thriller handelt, den man lesen kann. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

 

Bewertung: 3/5