[Rezension] Ronald Malfi „Tod in Neverland“

Grunddaten:

Autor: Ronald Malfi

Titel: Tod in Neverland

eBook: 514 Seiten

ASIN: B004WBSMX0

Verlag: Otherworld

 

Klappentext:

Kelly Rich, die sich vor langer Zeit von ihrer Familie abgewandt hat, ist gezwungen, nach Hause zurückzukehren, als ihre Schwester in einen mysteriösen Unfall verwickelt wird. Nachdem sie jahrelang die Ereignisse unterdrückt hat, die sie zur Flucht bewogen, muss sie das Geheimnis ihrer Vergangenheit lüften, um ihre Schwester zu retten. Aber in der unheimlichen Ortschaft Spires, ihrer einstigen Heimat, in der kalte Herzen herrschen und im Wald tödliche Geheimnisse lauern, ist nichts, wie es scheint. Kelly wird in die Traumwelt ihrer Kindheit gestürzt und muss sich ihrer Rolle in den Tragödien stellen, die ihre Familie heimsuchen …

Meine Meinung:

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, habe ich mich richtig auf das Buch gefreut. Ich liebe mysteriöse Geschichten aus dem Horrorgenre. Leider war das Buch dann doch etwas enttäuschend. Zunächst fängt es wirklich spannend an und man ist sofort in der Geschichte drin. Ab Seite 200 fällt der Spannungsbogen steil ab. Auch die Auflösung der Geschichte ist dann eher unspektakulär. Ich habe immer auf das gewisse Etwas gewartet, was die Spannung wiederherstellt. Leider vergebens.

Allerdings gibt es auch positive Seiten. Die Charaktere sind wirklich super gestaltet. Gerade die Protagonisten Kelly lernt man in jeder ihrer Facetten kennen. Zu Beginn der Geschichte erinnert sie sich nicht an ihre Vergangenheit und lebt ein recht normales Leben. Doch als sie sich im weiteren Verlauf nach Spires zurückkehrt, offenbart sich ihre wahre Psyche. Als Leser bekommt man jede Einzelheit der vergangenen Erlebnisse geschildert und kann nur noch schwer die Grenze zwischen Wahn und Realität ziehen.

Die Kapitel wechseln zwischen zwei Handlungssträngen. Der Hauptstrang dreht sich rund um Kelly und der Nebenstrang um deren Freund Josh. Josh bleibt in Manhattan zurück und macht sich große Sorgen um Kelly. Die Aufteilung und die Sprünge haben mir gut gefallen, da so eine gewisse Dynamik entstand.

Die Geschichte wird als düsteres Märchen bezeichnet und es hat mir viel Spaß gemacht, während des Lesens die Parallelen zu unseren klassischen Märchen zu finden. Manche treten deutlicher zu Tage und bei anderen musste man genauer suchen. Auch dieses Element erhält einen Pluspunkt.

Was mir dann allerdings nicht gefallen hat, war die ständige Wiederholung der Tatsache, dass Kelly sich nicht erinnern kann. Der Leser hat es nach den ersten Kapiteln schon verstanden.

Insgesamt würde ich sagen, ist es ein durchschnittliches Buch. Gruselig fand ich es nicht, aber ein paar eklige Szenen gab es durchaus. Für alle Liebhaber von düsteren Geschichten mit übernatürlichen Elementen ist es durchaus lesenswert.

Bewertung: 3/5 Sterne