[Rezension] Sebastian Fitzek „Der Augenjäger“

Grunddaten:

Autor: Sebastian Fitzek

Titel: Der Augenjäger

Taschenbuch: 432 Seiten

ISBN: 978-3426503737

Verlag: Knaur

 

Klappentext:

Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen.
Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen …

Meine Meinung:

„Der Augenjäger“ ist der zweite Band rund um Alexander Zorbach und Alina Gregoriev. Wie Herr Fitzek im Vorwort sehr nett bemerkt, ist es nicht notwendig den ersten Teil zu lesen um den zweiten  zu verstehen, vielmehr macht es nach diesem Band keinen Sinn mehr 😉

Tja was soll ich hier noch groß schreiben? Der Meister des Psychothrillers ist mit einem großartigen zweiten Band zurück, der den ersten in Spannung und Dynamik sogar noch schlägt. Aber nun zu den Einzelheiten:

Das Buch ist in kurzen Kapiteln und schnellen Perspektivenwechseln geschrieben um so den Leser in seinen Bann zu ziehen. Zum einen haben wir die Ich-Perspektive bei Alexander Zorbach und dann haben wir die Er-Perspektive bei allen anderen Charakteren. Diese Wahl macht deutlich, dass es sich hier um Zorbachs Geschichte handelt. Durch die schnellen Wechsel kann der Leser das Buch nicht aus der Hand legen und muss immer noch ein Kapitel und noch ein Kapitel und noch ein Kapitel lesen. Die Spannung wird ständig auf einem hohen Niveau gehalten, da die Kapitel immer an entscheidenden Stellen abreißen. So habe ich das Buch an zwei Nachmittagen gelesen und es am ersten auch nur aus der Hand gelegt, weil mich die Müdigkeit überkam.

Zorbach und Alina sind großartige Charaktere, deren Psyche sehr detailliert ausgearbeitet wurden. Gerade bei Zorbach sind die Gefühle sehr genau beschrieben und der Leser kann seinen Schmerz und Hass fast körperlich nachfühlen.
Ebenso ist es mit Alina. Ihre Zweifel, ihren Mut und auch ihre Panik die sie während des Buches verspürt sind greifbar und nachvollziehbar.

Die Charaktere und deren Taten werden vom Autor geschickt in Szene gesetzt und zwischendurch weiß man als Leser selber nicht mehr was nun wahr ist und was nicht.
Die Taten sind nicht nachvollziehbar, was hier absolut positiv gemeint ist, da man so nicht schon vorausschauen kann. Die Ereignisse geschehen Schlag auf Schlag und der Leser hat kaum Zeit sich von den neuen Erkenntnissen zu erholen bevor auch schon das nächste Geheimnis enthüllt wird.

Das Ende toppt dann alles was man zuvor gelesen hat und ich persönlich verspüre gerade den Drang den Augensammler noch einmal zu lesen, denn dieser erscheint mir nun in einem anderen Licht.
Die Spannung wird bis zur letzten Seite aufrecht erhalten. Ein absolutes Meisterwerk im Bereich des Psychothrillers, das menschliche Abgründe aufdeckt, die man sich in den wildesten Träumen nicht ausmalt.

Für mich eine absolute Empfehlung, die ich gerne an alle meine Leser weiter geben würde. Lest dieses Buch, denn es ist wirklich ein Thriller der Spitzenklasse!

Bewertung: 5/5 Sterne